Startseite

Weisse noch?
Zwei Siege gegen RWE: Vor zehn Jahren war der FC Kray Essens Nummer eins

(1) Kommentar
Zweiter Sieg im zweiten Spiel: Am 27. Februar 2015 gewann der FC Kray auch das Rückspiel gegen Rot-Weiss Essen. In den beiden Derbys in der Regionalliga hieß es damals 4:2 und 1:0 für den kleinen FCK.
Zweiter Sieg im zweiten Spiel: Am 27. Februar 2015 gewann der FC Kray auch das Rückspiel gegen Rot-Weiss Essen. In den beiden Derbys in der Regionalliga hieß es damals 4:2 und 1:0 für den kleinen FCK. Foto: Michael Gohl
Fortuna Düsseldorf
Fortuna Düsseldorf Logo
18:30
SpVgg Greuther Fürth Logo
SpVgg Greuther Fürth
18+ | Erlaubt (Whitelist) | Suchtrisiko | Hilfe unter www.buwei.de | -w-

Für den FC Kray jährt sich der 2. Sieg gegen RWE in der Regionalliga 2015. Über eine legendäre Saison, Party in der Mupa, Verschanzen in der Kabine und warum der Traum dann doch aus war.

Was nach all den Jahren betrachtet genau das „Wunder von Kray“ ausmachte, darüber lässt sich streiten. Waren es die beiden Siege des kleinen FC Kray gegen den großen Stadtrivalen Rot-Weiss Essen in der Regionalliga West 2014/2015? War es der gelungene Klassenerhalt am Ende der Saison? Oder war es die Tatsache, dass die Krayer überhaupt mal in der Regionalliga mitspielten?

Zwischen 2012 und 2016 war der FC Kray drei Spielzeiten lang viertklassig, bereits der erste Aufstieg 2012 eine Sensation. „Aber man muss heute auch einfach mal sagen, das war alles eine Nummer zu groß für uns“, findet Frank Diedirichs. Das FCK-Urgestein erlebte die ganze Geschichte als Pressesprecher hautnah mit, die zwei Derbytriumphe in einer Saison gegen RWE waren der zwischenzeitliche Höhepunkt dieses Krayer Höhenflugs, der ohne die Arbeit des langjährigen Präsidenten Günther Oberholz nicht möglich gewesen wäre. Der fußballverrückte Funktionär war Antreiber und Sprachrohr zugleich, nach vielen erfolgreichen Jahren an der Buderusstraße arbeitet Oberholz inzwischen beim Lokalrivalen ETB Schwarz-Weiß. Für den FC Kray geht es seit einigen Jahren im Alltag steil bergab.

Vor zehn Jahren war der frühere Herzensklub von Oberholz zumindest für zwei Spiele die Nummer eins in Essen. Am 5. September 2014 gab es ein 4:2 und am 27. Februar 2015 ein 1:0 für das „gallische Dorf“ aus dem Essener Osten. „Wir haben jeweils gefühlt zwei Tage durchgefeiert“, erzählt Pressesprecher Diedirichs. Vor allem nach dem 4:2 habe es die Mannschaft in einem VIP-Raum eines Essener Clubs krachen lassen, munkelt man seitdem. „Ich glaube, die Mupa war das. Vielleicht war das aber auch erst zum Klassenerhalt.“ Die ganze Feierei hat die Erinnerungen verschwimmen lassen.

An die beiden Partien erinnert sich der 53-Jährige dafür umso genauer. An die jeweils rund 8.000 Zuschauer auf den Rängen im Stadion Essen (der FC Kray durfte sein Heimspiel auch an der Hafenstraße austragen), wie das kleine ehrenamtliche Team der Krayer im Hinspiel eine so große Veranstaltung gemeinsam stemmte – „Das war schon eine Super-Leistung aller Beteiligten.“ – und an das Traumtor von Ömer Akman zum 1:0-Sieg im Rückspiel, das sich jetzt zum zehnten Mal jährt.

Ex-Krayer Vincent Wagner: „Siege gegen RWE waren persönliche Genugtuung“

Daran erinnert sich auch Vincent Wagner, damals Innenverteidiger in Kray, sehr gut zurück: „Da hatten wir viel Matchglück. Es war ein Spiel auf ein Tor, wir haben geschickt und mit viel Leidenschaft verteidigt, und vorne hat uns dann das Traumtor von Ömer aus 30 Metern geholfen. Das erste Spiel haben wir aber verdient gewonnen. Da hat uns RWE nicht für voll genommen.“

Für den jetzigen Trainer der TSG Hoffenheim II waren die beiden Duelle aufgrund seiner eigenen RWE-Vergangenheit eine spezielle Geschichte. Im Jahr zuvor wurde er als Spieler bei RWE aussortiert. „Es schlugen zwei Herzen in meiner Brust, und ich musste im Stadion zunächst die richtige Kabine finden. Die Siege, und als mir RWE-Sportvorstand Uwe Harttgen und Marc Fascher nach den Spielen gratulieren mussten, waren aber schon tolle Momente. Das muss ich zugeben.“ Eigentlich sei es sein Ziel gewesen, mit den Rot-Weissen in die 3. Liga aufzusteigen. Sieben Jahre später gelang ihm das dann zumindest als Interims-Co-Trainer von RWE.

Essener Derby 2015: FC Kray musste sich vor wütenden RWE-Fans verstecken

Ein Genugtuung erlebte wiederum auch der bekennende Schalker Frank Diedirichs: „Es war bei beiden Spielen schön mit anzusehen, wie unruhig die RWE-Fans auf den Rängen wurden.“ Zwischen den Anhängern von Kray und Rot-Weiss Essen gibt es traditionell zwar Schnittmengen, 2014 und 2015 war es mit der Harmonie aber temporär vorbei. Das wusste auch der damalige FCK-Spieler Ilias Elouriachi dem Reviersport zu berichten: „Danach (dem 2. Krayer Sieg 2015, Anm. d. Red.) mussten wir eine Stunde in der Kabine bleiben, weil die RWE-Fans die stürmen wollten. Was für ein Gefühl. Viele von uns waren ja selbst RWE-Fans.“

Am Ende konnte der Mannschaft das Verschanzen in der Kabine recht sein, denn der Arbeitssieg gegen den großen Stadtrivalen war immens wichtig. Der FC Kray hielt die Klasse, spielte eine weitere Saison Regionalliga. 2016 gelang das jedoch nicht mehr. Relativ sang- und klanglos ging es mit gerade einmal 18 Punkten als Tabellenvorletzter runter. „Wir hatten das kleinste Etat. Das wir die Liga überhaupt einmal halten konnten, das war für mich das eigentliche Wunder von Kray“, resümiert Frank Diedirichs.

Fußball in Essen: Überhaupt Platz für zwei Profi-Vereine?

Betrachte er es ehrlich, sei ein Verein wie der FC Kray, mittlerweile Landesligist, mit seinen Strukturen und seinem Umfeld maximal Oberliga-geeignet. „Die Tauglichkeit des eigenen Stadions ist das Entscheidende, um Regionalliga zu spielen“, so der Krayer Medienverantwortliche. „Das haben wir am eigenen Leib erfahren, als wir bis zum Umbau in Kray zum Uhlenkrug mussten. Das nimmt dir quasi das Heimrecht. Und man muss von jetzt auf gleich in einer ganz anderen, größeren Umgebung arbeiten.“

Wahrscheinlich sei in der ganzen Sportstadt Essen heutzutage grundsätzlich nur noch Platz für einen Fußballverein, der unter Profi-Bedingungen existieren könne, philosophiert Diedirichs weiter. „Selbst wenn man Erfolg hat, woher kommt das Geld? Die Sponsoren sind bei RWE. Für die Stadtteilvereine bleibt da wenig übrig.“ Was in Kray bleibt, sind die Momente von damals. Die kann allen, die dabei waren, niemand mehr nehmen.

Deine Reaktion zum Thema
Dieses Thema im Forum diskutieren » (1 Kommentar)

Landesliga 2

Pl. Mannschaft Sp g u v Tore Diff Pkt.
9 PSV Wesel-Lackhausen 21 9 4 8 41:43 -2 31
10 SG Essen-Schönebeck 21 8 6 7 42:39 3 30
11 FC Kray 21 8 4 9 36:34 2 28
12 1. FC Lintfort 21 8 3 10 35:39 -4 27
13 GSV Moers 21 7 5 9 40:43 -3 26
Pl. Mannschaft Sp g u v Tore Diff Pkt.
8 PSV Wesel-Lackhausen 11 6 1 4 25:25 0 19
9 SG Essen-Schönebeck 11 5 3 3 25:17 8 18
10 FC Kray 10 5 2 3 23:16 7 17
11 FC Blau-Gelb Überruhr 11 4 2 5 26:27 -1 14
12 Sportfreunde Hamborn 07 10 4 2 4 10:16 -6 14
Pl. Mannschaft Sp g u v Tore Diff Pkt.
11 SG Essen-Schönebeck 10 3 3 4 17:22 -5 12
12 VfB Speldorf 11 3 2 6 27:26 1 11
13 FC Kray 11 3 2 6 13:18 -5 11
14 Blau-Weiß Mintard 10 3 1 6 16:23 -7 10
15 DJK Sportfreunde 97/30 Lowick 11 2 4 5 15:25 -10 10

Transfers

FC Kray

FC Kray

21 H
SV Scherpenberg Logo
SV Scherpenberg
Sonntag, 23.02.2025 15:00 Uhr
2:0 (-:-)
22 A
DJK Sportfreunde 97/30 Lowick Logo
DJK Sportfreunde 97/30 Lowick
Sonntag, 09.03.2025 15:30 Uhr
-:- (-:-)
23 H
Adler Union Frintrop Logo
Adler Union Frintrop
Freitag, 14.03.2025 19:15 Uhr
-:- (-:-)
21 H
SV Scherpenberg Logo
SV Scherpenberg
Sonntag, 23.02.2025 15:00 Uhr
2:0 (-:-)
23 H
Adler Union Frintrop Logo
Adler Union Frintrop
Freitag, 14.03.2025 19:15 Uhr
-:- (-:-)
22 A
DJK Sportfreunde 97/30 Lowick Logo
DJK Sportfreunde 97/30 Lowick
Sonntag, 09.03.2025 15:30 Uhr
-:- (-:-)

Torjäger

FC Kray

# Name Tore Min./Tore Tore/Sp.
# Name Tore Min./Tore Tore/Sp.
# Name Tore Min./Tore Tore/Sp.
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5
Neueste Artikel